
- Aquarell aus der Serie Grenzen der Sichtbarkeit, 22 x 8 cm, 2004
Hinter dem was ich sehe, gibt es noch mehr, noch etwas Anderes. Die Beobachtung der gleichen Landschaft, Tag für Tag, viele Tage, ist wie eine Einladung zur Subtilität. Es wird uns beigebracht, das Äußere zu beobachten, mehr als das Innere. Die Begabung und das gekonnte Handwerk alleine führt nur zu einer Nachahmung, die nichts mit der Schöpfung zu tun hat.
Das Kleinformat ist bewusst gewählt. Es ist intim wie die Kunst selbst. Die Absicht ist, die Weite auf wenigen Zentimetern zu finden. Es erlaubt keine mechanischen Pinselstriche, die mit innerer „Kälte“ ausgeführt sind. Die mechanische Darstellung erlaubt die Entstehung eines lebendigen Prozesses nicht. Ein Bild in der Größe von 2x20 cm schweigt, ist intim. Es stellt sich nicht zur Schau. Es versucht nicht durch seine Wirkung zu beeindrucken.
Meine Landschaft habe ich einen Tag lang, viele Tage beobachtet. Vielleicht ist die größte Anstrengung des Künstlers das Hervorbringen des Wesentlichen. Ich male nicht was ich sehe, sondern das was ich nicht sehe.
Gabriela Stellino